Der Tag des operativen Eingriffs - Ablauf der Operation
Anästhesie
Die Operation wird üblicherweise in einer Vollnarkose durchgeführt. Eine Teilnarkose ist ebenfalls möglich. Sie beeinflusst den Allgemeinzustand des Patienten weniger, kommt aber nur in Frage, wenn der Patient prinzipiell mit der OP-Atmosphäre zurechtkommt. Die Entscheidung welche Narkoseform für den operativen Eingriff angewendet wird, erörtert der Narkosearzt mit Ihnen im Rahmen des Aufklärungsgesprächs.
Die nachfolgenden Operationsschritte, unabhängig von der Implantierung zementfreier oder zementierter Hüftendoprothesen, sind annähernd identisch.
Zugang und Vorbereitung des Gelenklagers
Der Zugang zum Hüftgelenk erfolgt mittels eines Hautschnitts bis zur Hüftgelenkkapsel. Das hinter Muskelsträngen, Bändern und Weichteilen liegende Hüftgelenk wird freigelegt. Anschließend wird zunächst der Hüftkopf vom Oberschenkeknochen abgetrennt und aus der natürlichen Gelenkpfanne entfernt.
Implantierung der Hüftpfanne
Zum Einsetzen der Prothesenpfanne in die geschädigte Hüftpfanne entfernt der Operateur die geschädigte Knorpelschicht und schafft so den Platz zur Implantierung der Prothesenpfanne. Die abgenutzte Hüftpfanne wird hierzu ausgefräst und die Prothesenpfanne anschließend in den Beckenknochen in der korrekten Ausrichtung eingesetzt. Je nach Implantationsverfahren wird diese im Knochen festgeklemmt, verschraubt oder mit Hilfe von Konchenzement mit dem Knochen verbunden.
Einsetzen des Prothesenschafts in den Knochen
Zum Einsetzen des Prothesenschafts muss ebenfalls der Oberschenkel vorbereitet werden:
Mit Hilfe von Markraumraspeln wird das innere des Oberschenkelknochens exakt auf die Größe der einzusetzenden Prothese ausgearbeitet. Unter zu Hilfenahme von Probeimplantaten erfolgt eine erfolgt eine Überprüfung der korrekten Beinstellung (Reposition). Gemäß der bestimmten Implantatgröße wird bevor der entsprechende Prothesenschaft in den Markraum eingesetzt.Bei zementfreien Implantationsverfahren wird die Prothese in die Spongiose (Knochenmark) eingepresst und findet so ihren festen Sitz.Beim zementierten Implantationsverfahren wird der vorbereitete Markraum mit Knochenzement aufgefüllt und der Prothesenschaft darin verankert. Der feste Sitz der Prothese stellt sich mit der Aushärtung des Knochenzements nach etwa 10 Minuten ein.
Herstellung der Gelenkverbindung
Auf den Konus des Prothesenschaftes wird der Hüftkopf aufgesetzt und in die Prothesenpfanne eingepasst. Erneut wird die Gelenkfunktion und der exakte Prothesensitz unter bildgebender Darstellung überprüft.
Abschluss der Operation
Zum Abschluß der Operation wird die Wunde vernäht und die Haut durch Klammern oder Naht verschlossen. Um zu verhindern, dass nachsickerndes Blut oder Wundsekret rund um die Operationsstelle einen Bluterguss bildet, werden beim Verschließen der Wunde Drainage-Schläuche gesetzt. Diese werden innerhalb von ein bis zwei Tagen entfernt.Der gesamte operative Eingriff dauert insgesamt zwischen 60 und 120 Minuten.
Im Aufwachraum
Direkt nach der Operation wird der Patient zunächst im Aufwachraum von einem speziell geschulten Pflegeteam und Narkoseärzten überwacht und betreut. Bei Bedarf werden Infusionen oder Schmerzmedikamente verabreicht. Hat sich der Allgemeinzustand stabilisiert, wird der Patient in sein Krankenzimmer zurückverlegt.
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